Donald Davidson (1917-2003) ist nach seinem Lehrer Willard Van Orman Quine der wohl einflussreichste amerikanische analytische Philosoph des 20. Jahrhunderts. Herzstück seiner vielfältigen Beiträge zur Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes, Metaphysik, Handlunsgtheorie und Ethik bildet eine Bedeutungstheorie der natürlichen Sprache, die auf Alfred Tarkis semantischer Wahrheitstheorie basiert, wobei natürlichsprachliche Ausdrücke holistisch, d.h. in ihrem Zusammenhang mit anderen Ausdrücken innerhalb der Struktur der Sprache interpretiert werden. Der methodische Ansatz ist dabei der eines radikalen Interpreten, der nur aufgrund von öffentlich zugänglichen Hinweisen (sprachlicher und nichtsprachlicher Kontext, nicht-sprachliches Verhalten) die Aussagen des Sprechers einer dem Interpreten unbekannten Sprache L systematisch zu übersetzen versucht. Dabei stellt eine Tarkische Wahrheitstheorie der Sprache L die Grundlage einer Bedeutungstheorie von L als Theorie der  Übersetzung aus L in die Sprache des Interpreten dar, wobei sogenannte T-Sätze wie z. B.:

"La neige est blanche" ist wahr genau dann, wenn Schnee weiß ist. als empirisch zu testende Konsequenzen dieser Übersetzungstheorie fungieren.

Montags
Zeit: 16.00 - 18.00 Uhr
Ort: Online