Man stelle sich vor, Forschende hätten viele Pilze einer bestimmten Art untersucht und alle beobachteten Exemplare enthielten eine sehr seltene Substanz. Könnten die Forschenden in einem solchen Fall aufgrund des Umstandes, dass alle beobachteten Pilze die seltene Substanz enthalten, und gegeben, dass viele Exemplare der Art untersucht wurden, "induktiv" den Schluss ziehen, dass alle Pilze der betroffenen Art (nicht nur die beobachteten) die Substanz enthalten? Welche Rolle spielen in wissenschaftlichen Theorien Aussagen über Entitäten, die nicht (direkt) beobachtbar sind, wie Quarks oder Strings? Sind diese Aussagen überhaupt wörtlich zu verstehen? Welcher Anspruch ist bzw. sollte mit solchen Aussagen verbunden sein? Wird in den Naturwissenschaften mit solchen Aussagen bspw. der Anspruch, einen wahren Satz zu äußern, verbunden und sollte dieser Anspruch damit verbunden sein? Was ist mit den Geisteswissenschaften? Wo liegt der Unterschied zwischen den Geisteswissenschaften und den Naturwissenschaften? Welche moralischen Grenzen sind der Wissenschaft gesetzt und welche Rolle sollten moralische Überlegungen in der Wissenschaft spielen?

Die obigen Fragen illustrieren prominente Themen aus den Bereichen der Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik und es ist mit Themen dieser Art (rund um Wissen und Wissenschaft), dass sich das Seminar auseinandersetzt. Hierfür werden im Rahmen des Seminars zum Beispiel Texte von David Hume, Karl Popper und Thomas Kuhn sowie aus dem Bereich der feministischen Wissenschaftstheorie herangezogen. Das Seminar findet auf Deutsch statt.

Das Seminar ist zudem als Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten gestaltet und dient somit auch der Vermittlung der Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens im Allgemeinen (Zitieren, Recherchieren, Schreiben von Hausarbeiten...) sowie grundlegender philosophischer Fähigkeiten (Argumentieren, Definieren...).

Donnerstags
Zeit: 10.00 - 12.00 Uhr
Ort: Gebäude B3.1 - Seminarraum III (Raum 0.12)