Virtuelle Lebenswelten nehmen immer stärkeren Einzug in unseren Alltag. Ein Aspekt ist die steigende Beliebtheit von Videospielen. Je nach Genre sind wir mit gänzlich unterschiedlichen Szenarien konfrontiert, in die Spieler*innen im Gegensatz zu Film und Literatur aktiv eingreifen können. Die Spielerin einer Städtebausimulation wie City Skylines oder SimCity ist auf einmal die Gestalterin ganzer Städte und Landstriche und kann entscheiden, ob sie eine Stadtbibliothek oder einen chemischen Industriebezirk neben die lokale Grundschule setzt. Aber von welcher Art von Gegenstand sprechen wir überhaupt, wenn sie erzählt, sie baue eine Bibliothek? Eine "echte" Bibliothek kann es nicht sein. Ist es eine eigene Art von Gegenstand oder vielleicht überhaupt keiner? Wie kann sich unsere Sprache darauf beziehen? Ist es moralisch falsch, den Industriebezirk anstelle der Bibliothek zu bauen, der die digitalen Einwohner "unglücklicher" macht, mir aber im Spiel mehr Vorteile bringt?
Bei der genaueren Untersuchung des Themas Videospiele lassen sich einige philosophisch interessante Fragen finden. Dadurch, dass das Medium relativ neu ist, sind die konkreten Formulierungen der Fragen auch eher der Gegenstand jüngerer Debatten. Allerdings gibt es auch interessante Anknüpfungspunkte zu bekannten allgemeineren Diskussionen der Philosophie. Vielleicht sind Gehirne im Tank nur Computerspielerinnen in einem sehr detaillierten MMORPG?
Das Seminar beschäftigt sich mit Philosophischen Fragen rund um das Thema Videospiele. Dabei werden wir uns in verschiedenen Teildisziplinen sowohl der Theoretischen wie auch der Praktischen Philosophie, wie Metaphysik, Sprachphilosophie oder Ethik, bewegen.
Die Organisation des Seminars erfolgt über den zugehörigen Moodle-Kurs. Über die dortige Einschreibung hinaus ist keine gesonderte Anmeldung notwendig. Alle relevanten Informationen und Materialen werden auf Moodle bereitgestellt. Die Seminarlektüre wird in der ersten Sitzung des Seminars bekanntgegeben.
Dienstags
Zeit: 14.00 - 16.00 Uhr
Ort: Wird noch bekanntgegeben
- DozentIn: Jana Engel
