Irgendetwas passierte im östlichen Mittelmeerraum des 6. vorchristlichen Jahrhunderts, das wir rückblickend mit dem Etikett 'Philosophie' versehen haben. Aber was macht das Denken plötzlich philosophisch? Der immense Zeitunterschied und der Verlust vieler schriftlicher Zeugnisse nötigen uns dazu, diese mutmaßlichen Innovationen bei einzelnen Autoren zu suchen: Thales, Anaximander und Anaximenes gehören zu den frühen Naturphilosophen, die uns anspruchsvolle und nicht-mythische Erklärungen des Kosmos liefern. Heraklit ergänzt diese um obskure Aphorismen. Xenophanes beschäftigt sich als erster mit den Grundlagen menschlicher Erkenntnis.Abseits dieser Lehrinhalte entwickeln, durch die direktdemokratische Regierung Athens begünstigt, reisende Intellektuelle, die sogenannten Sophisten, eine besondere Form des Streitgespräches und werden zu Wegbereitern des philosophischen Dialogs und des Arguments.

Sokrates markiert einen Wendepunkt in der Philosophie der Antike. Obwohl er nichts aufschrieb, hatte er einen entscheidenden Einfluss auf seine Nachfolger. Es folgen Platon, Aristoteles und viele andere zur Zeit des Hellenismus und der Spätantike. Wenn man sich mit der antiken Vergangenheit der Philosophie beschäftigt, kann leicht der Eindruck entstehen, dass es sich dabei bloß um eine Aneinanderreihung großer Persönlichkeiten handelt. Die Vorlesung widmet sich jedoch in erster Linie den Hauptproblemen und Lösungen, über welche die antiken Philosoph*innen gestritten haben, und bietet uns ausreichend Gelegenheit, engagiert mitzustreiten.

Begleitend zur Vorlesung wird es ein von Alysha Meiller geleitetes Tutorium geben, in dem u.a. die Möglichkeit bestehen wird, einen näheren Blick in ausgewählte Textstücke aus den Schriften der behandelten Philosophen zu werfen.

Donnerstag
Zeit: 14.00 - 16.00 Uhr
Ort: Gebäude C4 3 - Kleiner Hörsaal II (Raum 0.03)

Dienstag
Zeit: 14.00 - 16.00 Uhr
Ort: Gebäude A2 2 - Hörsaal 2.02

Donnerstag
Zeit: 16.00 - 18.00 Uhr
Ort: (wird noch bekannt gegeben)