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Das Oberseminar zielt darauf ab, anhand einzelner Fallstudien verschiedene Anlässe, Formen und Effekte französischer "Straßen-Politik" sowie die staatlichen Reaktionen darauf in den Blick zu nehmen. Dabei reicht das Spektrum vom Poujadismus Mitte der 1950er Jahre über die immer wieder aufflackernden Massenproteste diverser Berufs-, Interessen- und Gesellschaftsgruppen bis hin zur Gelbwestenbewegung der späten 2010er Jahre. Auf der Folie einer säkularen Tradition der "Straßen-Politik" seit den Bauernaufständen Mitte des 14. Jh. gilt es herauszuarbeiten, welche institutionellen Kontexte und welche Projekte der "Großen Politik" seit Mitte des 20. Jahrhunderts die Mobilisierungsschübe befördert haben und welche Muster verinnerlichten republikanischen Bürgersinns dem zugrunde liegen. Lässt sich "die Straße" in Frankreich als ein "akkreditierter" und erprobter Raum politischer Kultur zum Abwehren und / oder Erkämpfen bestimmter Reformprojekte Anliegen durch Bürgerinnen und Bürgern begreifen, die sich in der "Institutionenpolitik" unzureichend repräsentiert sehen? Oder als unerlässlicher Machtbegrenzer einer Exekutive, die sich für manche in der "Wahlmonarchie" der V. Republik gelegentlich am Rande der Willkür bewegt? Welche tieferen Ursachen und konjunkturellen Faktoren müssen zusammenkommen, damit "die Straße" zu einem Faktor von Politik wird und "abgehobene Elitenpolitik" mit bürgernaher Massenmobilisierung kollidiert? Welche sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg von Protestbewegungen und wie lässt sich dieser überhaupt messen?

Nach vier Einführungssitzungen zu "Straßenpolitik" in Frankreich am 10. April, am 24. April, am 8. Mai und am 29. Mai wird das Seminar am 12. Juni, am 26. Juni und am 10. Juli in drei Blöcken (jeweils 10-16 Uhr) veranstaltet, in denen dann die erarbeiteten Fallstudien vorgestellt und kontextualisiert werden.

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