Was zu tun moralisch richtig ist, scheint oft dem Eigeninteresse zu widerstreiten: etwa anderen zu helfen, statt sich auf die faule Haut zu legen, oder die Wahrheit zu sagen, statt sich mit einer „Notlüge” aus der Affäre zu ziehen. Gibt es dennoch einen Grund, das moralisch richtige zu tun?

Diese Frage ist so alt wie die Ethik selbst. Während einige meinen, dass die Moral nur für diejenigen Verbindlichkeit erlangen kann, die den moralischen Standpunkt ohnehin schon einnehmen, meinen andere, dass Moral und wohlverstandenes Eigeninteresse letztlich nicht in einem Spannungsverhältnis stehen – ja, dass das wohlverstandene Eigeninteresse sogar die Grundlage der Moral bildet.

Wir diskutieren die Frage in Auseinandersetzung mit teils klassischen und teils zeitgenössischen Texten, die größtenteils englischsprachig sind. Unser Ziel ist es, wichtige Antworten mit Für und Wider kennenzulernen und kritisch zu reflektieren.

Zur Einstimmung empfehle ich einen Aufsatz, den ich zusammen mit Christoph Fehige geschrieben habe: „Rationality and Morality” (https://uwessels.de/publications.html).

Donnerstag
Zeit: 16.00 - 18.00 Uhr
Ort: Gebäude B4 1 - Seminarraum 0.02.1