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Haben wir moralische Pflichten gegenüber zukünftigen Personen? Die meisten Leute glauben, dass wir bspw. klimaschädliche Handlungen unterlassen sollten – und zwar nicht nur, weil sie gegenwärtigen Personen schaden; sondern gerade auch um zukünftige Personen willens. Demnach haben wir moralische Pflichten gegenüber zukünftigen Personen ebenso wie gegenüber Zeitgenoss*innen. Allerdings ist es nur in einigen Situationen tatsächlich der Fall, dass unsere klimaschädlichen Handlungen zukünftige Personen schlechter stellen; nämlich nur dann, wenn wir keinen Einfluss auf die Anzahl und Identität dieser Personen haben. Nur dann reicht eine Ethik fester Populationen aus. In vielen Entscheidungen ist die Situation jedoch komplizierter: Sollte ich ein Kind bekommen? Und wenn ja, wann? Wir sollten die Erde nachhaltig bewirtschaften – doch nachhaltig für wie viele Menschen? Müssen wir die Weltbevölkerung senken? Und welche Klimapolitik ist die richtige? In diesen Fällen beeinflusst unsere Entscheidung nicht nur die Umstände, in der zukünftige Personen leben werden, sondern auch wer und wie viele Leute jemals geboren werden. Die Identität und die Anzahl zukünftiger Personen hängt davon ab, welche Entscheidung wir treffen. Für diese Fälle brauchen wir eine Ethik variabler Populationen – kurz: Populationsethik.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit den rätselhaften Problemen, die die Populationsethik aufwirft: Wenn eine Entscheidung die Identität der betroffenen Personen ändert, dann können wir diesen Personen gar nicht schaden. Sind unsere moralischen Pflichten dann eher auf die Verbesserung der Welt gerichtet statt auf die Sorge um konkrete Personen? Doch wenn das stimmt, haben wir dann Pflichten, Kinder zu zeugen, um mehr Gutes in die Welt zu bringen? Und wäre ein Zustand, in dem sich eine bestimmte Anzahl von Personen an einer hohen Lebensqualität erfreuen, besser als ein Zustand, in dem wesentlich mehr Personen existieren, ihre Lebensqualität jedoch niedriger ist?

Im ersten Teil des Seminars werden wir uns mit den Grundlagen der Populationsethik vertraut machen; insbesondere anhand der Problemaufwürfe in Derek Parfits Reasons and Persons (1984). Im zweiten Teil beschäftigen wir uns dann mit einigen ausgewählten Problemen intensiver und diskutieren Lösungsstrategien für diese Probleme.

Die Literatur ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird deshalb vorausgesetzt.

Mittwoch:
Zeit: 10-12Uhr
Ort:

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