Das Glaubensbekenntnis gehört zum Ordinarium eines christlichen Gottesdienstes, also zum Kernbestand der Liturgie. Die Wurzeln der ersten Glaubensbekenntnisse reichen bis in die Antike und in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurück - in eine Zeit also, als der Kanon der biblischen Schriften noch nicht abgeschlossen und die Fundamente der Kirche und des christlichen Glaubens noch im Werden waren. Die im "Credo" gesprochenen Formeln über Gott, den Vater und Schöpfer, über Christus und den Heiligen Geist, über die Kirche, Sündenvergebung, Auferstehung und Ewiges Leben zeugen damit vom Jahrhundertelangen Ringen um die zentralen Symbole und Begriffe des christlichen Glaubens. Vieles war dabei schon in der Antike heiß umstritten, andere Formeln - wie zB. die Jungfrauengeburt - wurden besonders auf dem Weg in die Moderne zum Problem für viele, die der Bildwelt antiker Spiritualität nicht mehr zu folgen vermochten. Die Frage nach der bleibenden Bedeutung und nach der immer wieder neuen Interpretation des Glaubensbekenntnisses für die Gegenwart gehört zur Grundaufgabe der Dogmatik: In der Vorlesungen gehen wir zunächst den Wurzeln und Hintergründen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses nach und nähern und dann Woche für Woche den einzelnen Bestandteilen. Daraus ergibt sich im Laufe des Semesters eine kritische Annäherung an die zentralen Grundthemen der christlichen Glaubenslehre und ihre Gegenwärtige Relevanz.